Montag, 30. März 2015

Leib und Geist

Die Ungleichheit der Menschen ist nicht nur eine reine des Geschlechts, sondern darin auch noch vollkommen asymmetrisch. Das männliche ist vom andern gerissen und darum ihm aktiv ungleich. Das weibliche ist noch ganz, jedoch in der falschen Welt. Die Ungleichheit an sich ist am Mann eine im Wunsch und im Geist und damit nicht unterscheidbar von der Gleichheit. Männer sind sich im leiblichen Ungenügen gleich und im Geist bestrebt, ungleich zu sein. Zum Streben und Konkurrenzkampf gehört eine geistige Gleichheit in den Werten an sich, also tendenziell die eine einzige Göttlichkeit. Das Göttliche ist in Ruhm und Reichtum ihm, dem Mann, wirklich.

Die Frauen sind geschlechtlich ganz und darum vom Mann nicht wirklich geschieden. Diese Ungeschiedenheit schafft im Geist eine Gleichheit, die noch leibbestimmt ist. Darum sind die Frauen im Geiste sich tendenziell uneins, ihre Götter eine leibliche Vielheit. Frauen sind soziale Wesen, weil bei ihnen im Geist der leiblich-fleischliche Unterschied großes Gewicht hat. Die soziale Ungleichheit ist der Frau nicht notwendig, sondern Zufall, ein unschuldiger Anhang des Pantheismus, der VielGötter-Weltlichkeit.

Männliche Gleichheit ist eine der abstrakten Werte und der Gerechtigkeit. Weibliche Gleichheit ist eine der leiblichen Vereinigung. Mann sucht den Kampf in der Fremde, Weib den Widerspruch in sich. Krieg ist abstrakt körperlich, Streit konkret leiblich. Körper ist für sich und Leib bezieht das Geschlecht des andern mit ein. Friede ist dem Mann ein Zustand der KräfteGleichheit, ein völlig freier und haltloser im abstrakten WerteAusgleich. WertVerschiebung und -ausgleich sind ihm eins. Friede für die Frau ist nur Befriedigung, der unvermittelte und unfassbare Austritt aus dem Widerstreit. Der Widerstreit ist einer in ihr selbst und einer mit Bezug auf das andere Geschlecht.

Zwei Welten sind das, gänzlich geschieden aus der Sicht des Mannes, in sich aber vollkommen aus weiblicher Sicht. Das männliche als Anhang, für sich unvollkommen oder vergeistigt, sucht allein sich außer sich im Glanz ihrer Schönheit. Der Schmuck kaschiert den leiblichen Unterschied des Weibes in sich, er verdeckt ihren männlichen Anteil. Die daraus sich ergebende Schönheit ist zugleich eine gelöste in dem ihr fremden männlichen Geist. Die Frau hat den höchsten Geist als strahlenden Glanz also bei sich, er klebt ihr wie ein hautenger Hauch von Kleid am Fleisch und verdeutlicht ihr nur die leibliche Nacktheit. Der Mann hat nur einen geringen Leib, der sich ihm überstülpt über sein abstrakt Körperliches der Werte. Sein Leib ist ihm ZuRüstung des anderen Geschlechts auf ihm in Zeichen. Er trägt seinen Leib mit sich als Last, gezeichnet deutlich von der Symbolik des fremden Geschlechts. Die Waffe ist daher in der Regel kein PhallusSymbol, sondern in Verbindung mit der Rüstung am Leib symbolisch das Ganze des andern Geschlechts: Waffe für sich (Angriff) und Rüstung (Verteidigung) sind nichts als ein AbBild der Vollkommenheit des weiblichen Leibs oder Geschlechts. Vergeistigt am Mann ist es Zeichen der Unvollkommenheit und bedeutet ihm notwendig den Untergang.

Ausgesprochen vieldeutig hängt dem mächtigen Mann die Krawatte am Hals. Am Eingang seines Leibs wird etwas umhalst, der Knoten gewürkt und sich stammelnd versprochen, hingehenkt die höchste Wollust, einzig vollkommene Leiblichkeit ihm am Strick, Untergang ins Jenseits des vollkommen Geschlechtlichen. Und ganz eindeutig ist die athletische Gestalt des Mannes – die eh nur der Kräfte Schein ist – nichts als ein Bild der unteren weibliche Hälfte. Die durchtrainierte Gestalt ist die bessere Hälfte des Mannes. Schon folgen wir einer unnötigen Deutlichkeit. Vielleicht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen