Die Ungleichheit der Menschen ist nicht
nur eine reine des Geschlechts, sondern darin auch noch vollkommen
asymmetrisch. Das männliche ist vom andern gerissen und darum ihm
aktiv ungleich. Das weibliche ist noch ganz, jedoch in der falschen Welt. Die Ungleichheit an sich
ist am Mann eine im Wunsch und im Geist und damit nicht
unterscheidbar von der Gleichheit. Männer sind sich im leiblichen
Ungenügen gleich und im Geist bestrebt, ungleich zu sein. Zum Streben
und Konkurrenzkampf gehört eine geistige Gleichheit in den Werten an
sich, also tendenziell die eine einzige Göttlichkeit. Das Göttliche
ist in Ruhm und Reichtum ihm, dem Mann, wirklich.
Die Frauen sind geschlechtlich ganz und
darum vom Mann nicht wirklich geschieden. Diese Ungeschiedenheit
schafft im Geist eine Gleichheit, die noch leibbestimmt ist. Darum
sind die Frauen im Geiste sich tendenziell uneins, ihre Götter eine
leibliche Vielheit. Frauen sind soziale Wesen, weil bei ihnen im
Geist der leiblich-fleischliche Unterschied großes Gewicht hat. Die
soziale Ungleichheit ist der Frau nicht notwendig, sondern Zufall,
ein unschuldiger Anhang des Pantheismus, der VielGötter-Weltlichkeit.
Männliche Gleichheit ist eine der
abstrakten Werte und der Gerechtigkeit. Weibliche Gleichheit ist eine
der leiblichen Vereinigung. Mann sucht den Kampf in der Fremde, Weib
den Widerspruch in sich. Krieg ist abstrakt körperlich, Streit
konkret leiblich. Körper ist für sich und Leib bezieht das
Geschlecht des andern mit ein. Friede ist dem Mann ein Zustand der
KräfteGleichheit, ein völlig freier und haltloser im abstrakten
WerteAusgleich. WertVerschiebung und -ausgleich sind ihm eins. Friede
für die Frau ist nur Befriedigung, der unvermittelte und unfassbare
Austritt aus dem Widerstreit. Der Widerstreit ist einer in ihr selbst
und einer mit Bezug auf das andere Geschlecht.
Zwei Welten sind das, gänzlich
geschieden aus der Sicht des Mannes, in sich aber vollkommen aus
weiblicher Sicht. Das männliche als Anhang, für sich unvollkommen
oder vergeistigt, sucht allein sich außer sich im Glanz ihrer
Schönheit. Der Schmuck kaschiert den leiblichen Unterschied des
Weibes in sich, er verdeckt ihren männlichen Anteil. Die daraus sich
ergebende Schönheit ist zugleich eine gelöste in dem ihr fremden
männlichen Geist. Die Frau hat den höchsten Geist als strahlenden
Glanz also bei sich, er klebt ihr wie ein hautenger Hauch von Kleid
am Fleisch und verdeutlicht ihr nur die leibliche Nacktheit. Der Mann
hat nur einen geringen Leib, der sich ihm überstülpt über sein
abstrakt Körperliches der Werte. Sein Leib ist ihm ZuRüstung des
anderen Geschlechts auf ihm in Zeichen. Er trägt seinen Leib mit sich
als Last, gezeichnet deutlich von der Symbolik des fremden
Geschlechts. Die Waffe ist daher in der Regel kein PhallusSymbol,
sondern in Verbindung mit der Rüstung am Leib symbolisch das Ganze
des andern Geschlechts: Waffe für sich (Angriff) und Rüstung
(Verteidigung) sind nichts als ein AbBild der Vollkommenheit des
weiblichen Leibs oder Geschlechts. Vergeistigt am Mann ist es Zeichen
der Unvollkommenheit und bedeutet ihm notwendig den Untergang.
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