Freitag, 1. Mai 2015

Hülle und Kern

Wenn man zum Menschen redet, muss man idealisieren, sich ihm in sein Blöd-Sinnigstes übersetzen. Also setze ich mich nun über zu ihm für die letzte seiner leiblichen Wahrheiten. Ich gehe in euch unter, damit ich mich endlich verlassen kann. Verlassen will ich sein auf mich.

Hülle und Blüte ist der Mensch und der Samen sein letztes Geheimnis. Wenn der Mensch auf der Erde nicht Tier mehr sein will, dann ist er nicht irgendein Gott, sondern einfach wieder Pflanze. Er ist ins Pflanzenreich abzuleiten als Widerspruch zwischen Tier und Geist.

Geist ist auch schriftlicher Gedanke und das Tier darin ist ein verkrüppelter Leib. Schrift wird Hautersatz und das Tier Mensch blutet in sie hinein. Mensch ist Rest FleischWunde mit Aussicht auf ewiges Leid in Waren und Zeichen.

MenschenWeib ist Hülle und was noch fehlt in seiner Darstellung, ist ihr männlicher Kern. Ihr Samen verschriftlicht sich uns und wird ausgepien in die unendliche Weite des Wort. Erst war das Wort Leib und jetzt ist es Geist, Idealismus, männliche Blödheit. Weib ist Leib, Mann flüchtiger Unsinn.

Worte sind Würmer, aus dem toten Tier geschieden, Insekten, Träger von Überzeugungen, sinnvoller Mitteilungen des Leibes - in sich wieder hinein.

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