Sonntag, 12. April 2015

Bescheidenheit

Für den Franzosen könnte ich einer der Prediger des Weltuntergangs sein, die immer aus dem armen nahen Osten zu kommen scheinen. Aber ich bin das nicht. Ich bin das Wörtchen 'Leib', das Nietzsche am Zarathustra vielhundertfach steht.

Mir ist die Bescheidenheit ein hohes Bedürfnis und der kleine Hunger Grundbedingung der leiblichen Glückseligkeit. Einfache Dinge erlauben uns den der - immer einfachen - Wirklichkeit gemäßen Genuss. Rausch aber ist christlich: DrogenSeligkeit der Gewalt, hirnloser WarenBezug, freie Warenhörigkeit.

Aller reiner Wert ist nur Wahn und alles Große leer, Größenwahn. Mein kleiner leiblicher Wert ist eine der Wirklichkeit unmittelbar entsprechende Wirkung. Meine Welt ist ein kleiner Garten, da kommt keine Sau rein. Meinen Leib verwüstet keiner mit göttlichem Überfluss. Behaltet das christliche Mitleid für euch und verstümmelt mich nicht.

Höflichkeit ist noch zu sehr behaftet mit dem öffentlich Höfischen. Besser ist die gleich für alle gültige Freundlichkeit: GleichGültigkeit. Das ist der Unterschied zwischen der pathologischen Apathie und der fröhlichen Apatheia. Die Apatheia ist Allem Fremden freundlich gleich gesinnt, sie verschenkt sich nicht, Bescheidenheit kann man leicht teilen. Freundliches SichMitteilen erträgt weder Mitleid noch Spenden.

Die körperliche Betätigung für sich (bloße Bewegung oder auch sinnvolle leibliche Arbeit) ist allein Heil des männlichen Leibs. Mehr an Heil gibt es nicht. Es gibt ein Verlangen des Körpers nach Bewegung: das ist unsere einzige 'Sünde'. Es gibt keine 'Sünde', die noch einen Inhalt hat darüber hinaus.

Der weibliche Leib ist vollkommen, weil er sich für die 'Sündenfreiheit' noch nicht einmal bewegen muss. Das Verlangen rührt sich in ihm hin und her und lässt ihn sichtbar schwingen. Er nimmt zu, es nimmt ab.

Einen einzelnen priesterlichen Leib kann man heilen. Nicht aber den geistgepanzerten Klerus: der braucht zur Erlösung von sich unser Fallbeil. In den Köpfen und Führern selbst muss man der Krankheit abhelfen und der Bewegung den Kopf abschlagen. Das ist relativ einfach: die Unheilbaren sind im Vatikan versammelt. In allen Herrschaftsbereichen kann man leicht dem Geist eine Abfuhr erteilen.

Gott ist dem letzten Menschen, dämlichen Demokraten, unendlich und abstrakt, die Seele von unbestimmter Güte und das Mitleid ist ein MassenMörder. Mitleid ist ein UnglücksVerteiler, Genick- und finaler Gnadenschuss. Einst aber war das Mitleiden nichts als das gemeinsame Leid der menschlichen Leiber an der großen Not. Eine große Not, der Hunger, hat aus dem Herdentier den Menschen gemacht. Dieses MiteinanderLeiden und -Hungern und -BescheidenSein hat heut sein absolut verkehrtes Gegenstück, seinen grauenhaften Gegenpol im christlichen Mitleid gefunden. Das christliche Mitleid hat die Vernichtungslager weltweit geschaffen. Auf LeichenBergen gedeiht es allein.

Der Leib macht aus dem schwarzen Unheil \ ein reinigendes Gewitter. Mitleid gehört in die WunschFabrik, am Ende noch ins KZ, Arbeit schenkt ScheinFreiheit. Der ÜberMensch aber ist ein hirnseliger ArbeitsVerweigerer. Da habt ihr den Unterschied zwischen eurem dämlichen Erlöser, Jesus Christus, und einem wirklich erlösten Leib, Zarathustra. Euer Erlöser ist vergänglich wie der GeldSchein. Der einfache Leib geht durch den weiblichen hindurch in die Ewigkeit auf der Erde.

Seht ihr nicht, wie euer ewig-falsches Mitleid neue AusgrenzungsLager vorbereitet? für die finale Befreiung. In der Rechten halten eure Führer die Bande der Freiheit und mit der linken spielen sie am Erlöser. Mitleid ist die große Sucht des bleichen Verbrechers. Mitleid ist der große Himmel aller kleinen Vergewaltiger. 

Der Islam ist eine sinnlose männliche Gegenreaktion auf dieses Mitleid: der männliche VaterGeist stößt den Sohn zurück. Mohammed berichtigt noch die Bibel und Mann will einen Krieg der Völker wieder und die VorStaatlichkeit. Ein Staat 'befreit' immer das Volk mit BombenTerror. Wir brauchen nicht Staat und Volk, sondern allein unseren freien Leib. Wir brauchen nicht Gott Geist und Seele, sondern nur unseren bescheidenen Leib und eine Welt, die passt zu unserer fraglos grauen Hirnseligkeit. Die Farben der kleinen Erdwelt kommen dann zu uns von allein.

Ist die Erde mir ein einzig-unartiger Körperteil des anderen Geschlechts vielleicht? Vielleicht.

Die Wüste wächst mit dem schwarzen Unheil des christlichen Mitleids. Auf fruchtbarem Boden kann man sich den Unsinn leicht vom Leib halten. Nehmt euch also in Acht vor der christlichen Bosheit, die Europas fruchtbare Böden verwüsten will.

Gern steh ich nackt da und die Wiederauferstehung ist an mir kein Wunder.

Reinkarnation ist die sinnreiche Begeisterung der Impotenten. Mein Fleisch aber ist bloß sich rein und braucht nicht den fliegenden fliehenden Geist.

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