Sonntag, 12. April 2015
Schriftbilder
Erst die Schrift bringt eine Hierarchisierung der Sprachzeichen, macht einen Satz, stellt das männliche Subjekt an den Anfang und legt das Weibliche in es herein als Unbewusstes, buchstäblichen Baustein. Warum sollte man daraus eine neue Grammatik bauen? für einen neue Moral? Der kranke Geist braucht keine Gegner, keinen Widerspruch. Er widerlegt sich selbst. Die 'Grammatik' des Leibs ist Hirngymnystik, Folge der Einsamkeit, Mittel gegen Langeweile. Die Geisteskrankheit, die ihr Gott nennt, scheitert mittelfristig an der vom Leib überwältigten Menschlichkeit, am Mitleid, wie es an sich selbst sich vergeht und untergeht. Die Grammatik verfestigt nur die Schrift als Schein über ihr. Sie seziert den toten SprachKörper und hilft dem Leib nicht zurück zu uns aus der lebendigen Wirklichkeit. Die LeibSprache dürfte so ungefähr nie mehr als 2000 kleine Subjekte haben, die sie vor sich herschiebt oder umtreibt. Der Satz des Patriarchen hat offensichtlich ein großes Subjekt, das er hinter sich herzieht. Das Objekt herrscht und das Subjekt regiert nur durch es verkehrt. Das Subjekt als Herr ist pervers. Wir haben ein falsches Zeitverständnis, das aber am schriftlichen SprachBild sichtbar wird.
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