Montag, 6. April 2015

Traum

Ich träume nicht von der Zukunft, nicht von fremden Räumen und nicht in der Zeit voraus. Ich träume auch keine Analysen oder liefere mir mit dem Traum Material zum bedeuten. Ich träume in Bildern simple Zusammenhänge, die sich mir unmittelbar erschließen. Mein Traum ist mein Leib wie er sich bewegt als Raum und Zeit. Mein Traum verwendet nicht rezentes Material zur Bedeutung und Herrichtung eines 'unfassbaren Unbewussten'. Mein Traum schließt sich nur erarbeiteten Zusammenhängen des Wachen an und hilft mir, sie zu verfestigen. Der sog. WunschTraum zeigt doch nur dem Leib ein Geschwür, das er bald offensichtlich hat. Ich hab weder Bewusstsein noch Unbewusstes in mir. Ich hab auch kein Krebsgeschwür, das andere mir gern bedeuten, weil sie Träume nicht fassen können als Eigenes und Leib. Jede Bedeutung ist ein Loch im Traum und ein Krebsgeschwür und übler BedeutungsWunsch und -Fluch gegen den andern. Ich habe diese bösen BrandLöcher nicht. Bin ich boshaft? Gut bin ich mir und träume euch nur einen Übergang, den Übermenschen, der mir ein Untergang zu sein scheint. Das ist es allein, was von mir bleibt: dass wir uns in ferner Zukunft gleich sein müssen, freier Leib. Ich bin frei von allen Wahnvorstellungen einer Mündigkeit Emanzipation und Vernunft: ich hab kein Bewusstsein und keinen Willen, keinen Wunsch und kein Unbewusstes. Solange ich meine fünf Sinne bei mir hab oder vor mir halten kann, steht allein mir der Leib gut mit seinen inneren Teilen. Ich brauche kein schönes Gewand. Ich träume euch übles an? Unsinn. Ich kann am Tag alle Krankheit des Leibs deutlich riechen. Der Traum hängt sich als Grundfarbe dran. Natürlich ist das FremdSein des Geists eigenstes Thema des Traums. Jeder Traum handelt von der Freiheit des Leibs, er imitiert kopiert dazu und darein die Widerlichkeit des Geists als Kontrast. Gott ist in jedem Traum ganz einfach ein Bild erzwungener leiblicher Übelkeit. Er kommt nicht in jedem Traum vor, ist schließlich nur die fernste der LügenErscheiungen im Realen der Waren. Der Traum spielt mit den LügenPartikeln des WunschRealen. Der Analytiker lässt sich für ein sinnloses PuzzleSpiel, die Wiederherstellung von Bedeutungen, Begriffen, falschem Begehren, teuer bezahlen. Der Patient bezahlt die Analyse mit dem Verlust des richtigen Lebens und des freien Leibs. Was ihn hält in der WarenWelt, ist Religion und Glaube, Analyse, Kirche, Irrenanstalt. Während mein Scheiben über Text und Sinn und Schrift hinausweist auf die Wirklichkeit des Leibs, führt der Analystiker sein Opfer wieder ein in den Text, die Schrift, entfremdelndes ArbeiterSein, demütige Slaverei und autoritäres Schreiben.

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