Montag, 13. April 2015

Bodenverhaftet

Wenn man die Welt vom Leib her denkt, kann man nicht mitgenommen sein und wird auch keinen mitnehmen in einen Untergang des Willens im Selbstwiderspruch. Leib bin ich innen und von mir aus ist alles gleich unbedeutend. Der Wille aber ist ein äußerer, Äußerer. Für den in sich gefestigten Leib ist der Wille immer im Widerspruch zu sich selbst und unwirksam. Was braucht man einen Willen. Ein freier Leib holt sich, was er braucht. Der Wille aber macht ihm unnötig Wünsche und Sorgen, er will nicht befriedigt sein. Wozu also Willen haben? Er ist unsinnig widersprüchlich in sich und dem Leib nicht dienlich, unwirksam. Das Ich ist Subjekt der Zeichen und als solches Herr des unnötigen Willens. Am Selbst des Bewusstseins hängt sich der Widerspruch des Willens auf. Ich-Stärkung: der Analytiker befreit den Leib scheinbar von äußeren Zwängen, eignet sich den Patienten als Leib an. Was bleibt dem Patienten außer der eigenen Leere und der fremden Lehre und Autorität?

Bodenverhaftet ist der Leib frei und duldet nicht über sich Herren und autoritären Geist. Der Leib arbeitet an sich allein und das Leben fällt ihm zu. Da fällt aber auch mal ein Körnchen fremder Wille in die Furche und der Boden macht die Arbeit. Das darf man akzeptieren.

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