Donnerstag, 2. April 2015

Das Leben

Halb ist das Leben Wollust und Traum.

Halb ist es uns fremd mit Schmerz und Bewusstsein.

Das LustPrinzip herrscht nicht im Traum, da wäre er ja Arbeit Schmerz und Bewusstsein. Die Lust gehört wie die Lüge zum Licht und zum Tag.

Die Wollust aber ist die leibliche Wahrheit, des nachts da und für sich allein.

Lust ist das Prinzip der Verfeinerung des Schmerzes zum Hass. Wille ist der Trug, durch den uns die Wollust in der Lust verfeinert zu sein scheint. Die Sublimation ist so verlogen und falsch wie das Ich. Die Wollust will niemals verfeinert sein. Der Wille ist nur ein GegenWille der Waren, der in der Not verlorenenen Welt aller notwendigen Dingen. Und also ist die Schönheit der Wille in höchster Wirksamkeit, ein Gift, das uns lähmt. In diesem Gift tritt uns gegenüber des Lebens Not und Zweck göttlich und rein. Schön ist der Zweck in uns und in allen dem Leib fremden Zeichen. Gott endlich ist nichts als der Betrug, der noch über den Zeichen steht, zu stehen scheint. Zeichen sind eine Verdichtung aus Schmerz und Trug: das allein ist Gottes Reich.

Was ist Liebe?: eine Lösung der Zeichen, Wille zur Lüge, zum Schmerz. Sie ist Faulheit und Fäulnis des Leibs. Sie verdirbt das Produkt der Arbeit. Wenn Wollust Leben ist, dann ist die Liebe das schöne Antlitz des Todes.

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